Christiane Wünsche
Gedichte

Gedichte sind Prosa in komprimierter Form. Hier sind ein paar von meinen ...

 

 

Das Loch in der Mauer

Seh‘n beide Seiten

Auf die Dauer.

Neugier wird sie dazu bewegen,

Ein Auge an das Loch zu legen.

So können sie sich erblicken,

Sei’s mit Erschrecken,

Sei’s mit Entzücken.

 

© Christiane Wünsche 

 

 

 

Deine Welt

 

Kein anderer sieht durch deine Augen,

Kein anderer hört mit deinem Ohr.

Die Dinge, die für dich nichts taugen,

Sind alle außen

Sind ganz weit draußen

Sind außen vor.

 

Kein anderer fühlt mit deinem Herzen,

Kein anderer ist in deiner Welt.

Und hast du einmal schlimme Schmerzen,

Sind sie nur drinnen

Ganz tief innen

In dem, was dich zusammen hält.

 

Kein anderer kann sich mit dir vereinen,

Kein anderer gibt dir dein Glück.

Und Paare nur als eins erscheinen,

Denn tatsächlich

Und unerlässlich

Bleibt jeder stets ein Einzelstück.

 

Den andern kannst du sanft berühren,

Dem andern kannst du nahe sein.

Versuche ruhig, Dich zu verlieren

In der Vision

Von Union.

Denn welcher Mensch will immer spüren,

Von Grund auf bloß allein zu sein?

 

© Christiane Wünsche

 

 

Was nun?

Wenn Narren den Planet regieren,

kann man diverse Krankheitsbilder eruieren.

Und ich krieg’s mit der Angst zu tun.

Erkennt ihr sie wieder, hier und da?

Ich nenne mal ein paar:

 

Der Kurzsichtige blinzelt in die Welt

und glaubt, dass nur das Nahe zählt.

Der Egoist denkt bloß an sich.

Sein Wohl, das zählt letztendlich.

Der Egozentriker geht noch mal weiter:

Ich bin der Star, ihr meine Wegbereiter!

Weit schlimmer ist der Soziopath.

Er kann nicht lieben, ist steinhart.

Dann gibt’s noch den mit Größenwahn.

Omnipotenz, die hat’s ihm angetan.

Ihr fragt, wer an der Narren Spitze steht?

Der Psychotiker. Er leugnet schlicht die Realität.

 

Ich krieg es mit der Angst zu tun,

Denn sogar Mixturen scheint’s zu geben …

Will doch nur friedlich mit euch leben.

Was nun?

 

 © Christiane Wünsche

  

 

 

Es ist ein Glück in mir.

Ich sag Euch, was ich meine:

Der Bildschirm leuchtet, ich bin alleine

Zu meinen Füßen schlafen die Hunde.

Ich habe frei und nutz die Stunde

Zu phantasieren und zu schreiben

Und lasse die Gedanken treiben.

Die Sonne sinkt, der Tag vergeht.

Doch Ihr versteht …

Die Glücksmomente bleiben.

Sich selbst genug, im Jetzt und Hier.

Es ist ein Glück in mir.

 

© Christiane Wünsche 

 

 

Ist alles Unsinn, was ich schreibe.

Ist alles meine Phantasie,

Die aus mir in Worten quillt

Und nun viele Seiten füllt.

Geschehen ist’s tatsächlich nie.

Rückt Euch trotzdem nun zu Leibe,

Sucht in den Köpfen eine Bleibe.

 

Ist alles Unsinn, was ich formulierte,

Und dennoch ist es wahr.

In einer parallelen Welt und Zeit,

An parallelen Orten, die nicht weit.

Dort existiert es ganz und gar.

Als ob dort eins zum anderen führte

Und es tatsächlich so passierte.

 

Ist alles Unsinn, oder nicht?

Echte Dramen, echtes Leid,

Echter Wahnsinn, echte Trauer,

Liegen im Unsinn auf der Lauer.

Bilden eine Wirklichkeit

Mit wahrhaftigem Gewicht,

Die Euch hoffentlich besticht.

 

© Christiane Wünsche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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